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«Links-Grün setzt auf Symptom- statt Ursachenbekämpfung», Interview im Zürcher Boten vom 16.07.2021

Die heisse Phase des Wahlkampfs in Winterthur beginnt. Mit dem Zweierticket Maria Wegelin und Thomas Wolf – beides Gemeinderäte – peilt die SVP die Rückkehr in die Exekutive an. Bei einer politischen Bestandesaufnahme traf der Zürcher Bote auf eine Power-Frau mit Charisma, die weiss, was und wohin sie will.

Wie haben Deine beiden Jungs Janik (2012) und Kilian (2014) auf Deine Kandidatur reagiert?
In etwa gleich wie meine Eltern und meine drei Geschwister – gar nicht. Meine Jungs wohl deshalb, weil sie einfach noch zu jung sind, um zu begreifen, was ein Wahlkampf ist. Sie finden es jedoch immer lustig, wenn sie mich im Fernsehen sehen. Meine Familie hingegen sah meine Kandidatur kommen und war nicht überrascht. Ich hatte schliesslich schon immer nicht ganz alltägliche Ideen, was meine Lebensplanung angeht. Sie sind es daher gewohnnt.

Nach Deinem Studium der Veterinär­medizin hast Du dich auf Veterinär­pathologie spezialisiert. Was an der rot­grünen Winterthurer Stadtpolitik ist derzeit «hoch pathologisch»?
Politik und Medizin haben gemeinsam, dass zu oft teure Symptombehandlungen durchgeführt werden, anstatt die Ursache anzugehen. In der Medizin mag der Grund darin liegen, dass man die Ursache entweder nicht herausfindet – dann spricht man von idiopathisch (= ohne erkennbare Ursache) – oder die Ursache der Erkrankung nicht behandelbar ist. Da liegt aber auch schon der Unterschied zur Politik. Links-grün kennt die Ursache in den allermeisten Fällen, will sie aber nicht angehen, sondern versucht, mit Geldumverteilungen, Schaffung neuer Verwaltungsstellen, Ausbau der Sozialhilfegelder, Verkehrseinschränkungen und unzähligen neuen Vorgaben, Vorschriften und Verboten die Symptome zu lindern, wohlwissend, dass, wenn man die «Behandlung» absetzt, sich die Symptome gar noch verstärken.

Als hochpathologisch kann ich da als schönes Beispiel die Verkehrspolitik der Stadt Winterthur nennen. Man will den MIV aus der Stadt verbannen, vergisst aber immer wieder, dass ungebremstes Wachstum zwangsläufig zu mehr Verkehr führt. Man will in Winterthur auch das Weltklima retten, vergisst aber auch da, dass mehr Menschen mehr CO2 ausstossen und mehr Ressourcen verbrauchen. Zudem geht
die wachsende Kriminalität zum Grossteil auf das Konto von nicht Schweizer Staatsbürgern. Die Ursache der meisten Probleme sollte eigentlich für alle einfach nachvollziehbar sein und auf der Hand liegen: Die masslose Zuwanderung, was die SVP seit Jahren predigt!
Dazu muss ich einen Witz erzählen: «Ein Chirurg kann alles, ein Mediziner weiss alles, ein Pathologe kann und weiss alles, es bringt aber nichts mehr.» Als SVP-Mitglied fühlt man sich wohl des Öfteren wie ein Pathologe!

Welche Themen stellst Du im Wahlkampf in den Vordergrund?
Im September stimmen wir über die neue Gemeindeordnung ab, mit welcher die bewährten Kreisschulpflegen abgeschafft werden sollen. Dagegen kämpfen wir als SVP an. Da ich selbst fünf Jahre Schulpflegerin war, weiss ich aus Erfahrung, wie wichtig dieses Milizsystem ist.
Daneben gibt es einige weitere sehr wichtige Themen, zum Beispiel die Finanzen (vernünftiger Umgang, Ausgaben bremsen, keine Steuererhöhungen), Verkehr und Mobilität, Schulqualität und Bildung, Wirtschaft (Arbeitsplätze, gute Rahmenbedingungen) und die Sicherheit.

Warum ist es für Dich klar ein Vorteil, dass Du und Thomas Wolf gemeinsam antretet?
Für mich persönlich ist es für die Moral enorm wichtig, dass Thomas an meiner Seite ist. Er ist der Fels in der Brandung. Wir können uns austauschen, Aufgaben gemeinsam angehen oder auch aufteilen. Auch sind wir darauf bedacht, uns ehrliche Feedbacks nach Anlässen
zu geben und bei der nächsten Gelegenheit darauf zu achten, dass einem gewisse «Fehler» nicht ein zweites Mal passieren. Zudem habe ich einen sehr guten Freund an meiner Seite, das ist viel wert!

Als Mitglied des Stadtrates sind Führungseigenschaften gefragt. Worauf kannst Du dich hierbei abstützen?
Als Mami weiss ich, wie wichtig es ist, ein Vorbild zu sein, klare Grenzen zu setzen und einzufordern, zu vertrauen und immer zuerst Wohlwollen entgegenzubringen, also davon auszugehen, dass das Gegenüber keine böse Absicht hegt. Ich weiss, das steht in jedem Führungshandbuch, aber es ist so. Kinder sind da die ehrlichsten Kritiker und besten Lehrmeister. Als Schulpflegerin habe ich das gelebt und bekam immer sehr viel Wertschätzung. Ganz wichtig, niemals einen Fehler vertuschen, sondern dafür geradestehen und sich entschuldigen. Dann wird man respektiert und ernst genommen.

Auch wenn Du das im Falle einer Wahl nicht selbst bestimmen kannst: Welches Departement läge Dir besonders?
Sicher das Departement Schule und Sport, weil ich da die Arbeit an der Basis, also in den Schulhäusern und im Klassenzimmer, kenne und mir die Schule sehr am Herzen liegt.

https://www.svp-zuerich.ch/wp-content/uploads/sites/23/der-zuercher-bote-nr-28.pdf

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